05 Mai

Hafenführung

Münster – Am Samstag, dem 5. Mai veranstaltete die Nachbarschaftsinitiative des Hafenviertels, Platanenpower, im Hansa- und Hafenviertel einen Rundgang durch die beiden Viertel unter Führung des Historikers Timm C. Richter. Es wurde ein vielfältiger Bogen von der Entstehung des Hafenviertels mit der Erstellung des Dortmund-Ems-Kanals, der Entwicklung des Hansaviertels durch die Zunahme der Industrialisierung in Münster, den Kriegsschäden, bis hin zu den gravierenden Veränderungen der letzten Jahre gespannt.

Ein besonderes Augenmerk warf Richter auf die Entwicklung des ehemaligen Osmogeländes mit der Ansiedlung des Hafencenters und der möglichen Wohnbauentwicklung.

Von den Teilnehmenden, zum überwiegenden Teil Bewohner des Hansaviertels und des benachbarten Klein Muffi, wurde mit großer Besorgnis auf die Gefahren der zunehmenden Verkehrsbelastung des für die Teilnehmer überflüssigen Hafencenters hingewiesen.

Eine weitere Sorge der Teilnehmer war die Ansiedlung vorwiegend hochpreisiger Wohnungen auf dem ehemaligen Osmogelände. Die Gefahr der Verdrängung der jetzigen Bewohner des Hansaviertels durch Gentrifizierungsprozesse, der Austausch der aktuell noch gemischten Einwohnerschaft durch zahlungskräftige Eigentümer und Mieter, wurde lebhaft diskutiert.

Nach dem zweistündigen Spaziergang endete der Rundgang mit einem gemeinsamen Foto vor der Kunsthalle Münster am Hafenweg 28.


08 Mrz

Hallo Nachbarn–hallo Hansaviertel–hallo Münster(-land),

Hallo Nachbarn–hallo Hansaviertel–hallo Münster(-land),am frühen Morgen des 6. März 2018 konnten wir beobachten, wieunter massivem Aufgebot der Polizei zwei Platanen am Hansaring gefällt wurden. Die Straße wurde ohne Vorankündigung gesperrt-vermutlich um unseren friedlichen Protest besser unterdrücken zu können – und die Informationspflicht gegenüber den Anwohner_innen vernachlässigt, was wir für ein unangemessenes Vorgehen in einer rechtsstaatlichen und bürgernahen Demokratie halten. Alternative Vorschläge wurden nicht berücksichtigt. Auch wenn diese beiden Bäume nicht mehr zurück zuholen sind, wollen wir weiter Zeichen setzen – gegen die Stadtentwicklungs- , Verkehrs- und Informationspolitik.

Bäume weg – Vertrauen weg

Am 7. März lag unsere Baumscheibe bereits auf den Treppen des Stadthauses 1. Dieses war der erste Streich und der zweite folgt sogleich …

 

Wir wollen weiterhin Fragen stellen, mahnen und unsere Meinungen und Wünsche kund tun. Wir wollen Perspektiven aufzeigen, wie das Leben in der Stadt gestaltet werden kann. Und dazu gehört auch eine Informationspolitik, bei der direkte Kommunikation eine große Rolle spielt: bspw. ein Ober bürgermeister, der mit seinen Bürger_innen spricht, anstatt dass stets Vertreter von Stadt und Stadtwerken für ihn den Kopf hinhalten müssen. Liebe Nachbarn und Mitmenschen: versammelt euch mit uns am Freitag den 9.3.2018 um 15 Uhr am Hafenplatz 1 , wenn wir die Mahnscheibe vor die Stadtwerke rollen. Wir werden der Platanen gedenken, unsere Meinung zum Ausdruck bringen und zeigen, dass wir weiteres Unrecht versuchen werden zu verhindern. Wir fangen gerade erst an!

Kommt vorbei, bringt eure Gitarre oder Trommel mit . Jede friedliche Idee und Unterstützung ist willkommen. Ladet eure Freunde, Familie, Nachbarn und Arbeitskollegen ein. Sie rollt und rollt und rollt: Wenn der „Bürgermeister der Bürger“ nicht in ins Hansaviertel kommen will, kommt das Viertel zu Ihm. Wir rufen alle Münsteraner_innen, die mit dieser Stadtentwicklungs- , Verkehrs- und Informationspolitik unzufrieden sind, zur Protestkundgebung am 14.3.2018 um 16:30 vor dem Rathaus am Prinzipalmarkt auf! Danach wollen wir unsere Vertreter bei der Ratsversammlung  besuchen, die unter anderem darüber debattieren werden, ob zwei Trinkwasserschutzgebiete in Münster aufgelöst werden sollen.

Platanenpower wächst jeden Tag. Seid dabei.

Platanengrüße!

06 Mrz

Pressemitteilung der Nachbarschaftsinitiative Platanenpower vom 06.03.2018

Bäume weg – Vertrauen weg!

Wir, die Nachbarschaftsinitiative Platanenpower, sind traurig und schwer enttäuscht von der Entscheidung ( der Stadt ), unsere Platanen am Hansaring zu fällen und wie dies  praktisch umgesetzt wurde.

Am frühen Morgen des 6. März 2018 wurden die Fällungen unter massivem Aufgebot von
mehreren Dutzend Polizisten durchgesetzt. Die Straße wurde ohne Vorankündigung gesperrt – vermutlich um unseren friedlichen Protest besser unterdrücken zu können.
Dies geschah sehr zum Leidwesen der direkten Anwohner, da diese dementsprechend
keine Zeit hatten sich auf diese Umständen vorzubereiten. Bereits um 5 Uhr war der Abschnitt zwischen der Dortmunder Straße und der Emdener Straße komplett durch
Bau zäune abgesperrt. Etwa 50 Polizisten bewachten die Absperrung der Baustelle und
standen vor den Haustüren. (Zum allgemeinen Erstaunen wurden Anwohner von der Polizei von den Hauseingängen weg begleitet.)Durch die Unverhältnismäßigkeit zwischen der Anzahl an Polizist*innen und der Anzahl der präsenten Bürger*innen, fühlten diese sich unverstanden. Polizeischutz für das Baumfällunterfangen. Weder Bürger, noch Müllabfuhr, oder die Angestellten in der Umgebung wurden über die Fällungen und die damit verbundenen Sperrungen informiert. Diese für uns nicht nachvollziehbare Umgehung der Informationspflicht halten wir für ein unangemessenes Vorgehen
in einer rechtsstaatlichen und bürgernahen Demokratie.

Unsere Initiative wird nicht nur von den Menschen vor Ort im Hansaviertel, sondern auch von einer über 2500 Unterschriften starken Petition unterstützt. Es fühlt sich für die Anwohner*innen, die Bürger*innen in Münster und die Mitglieder der Nachbarschaftsinitiave Platanenpower so an, als würden ihre Interessen ignoriert, nicht berücksichtigt, nicht wahrgenommen werden; man hat nicht mit uns kommuniziert, sondern uns Informationen lediglich durch Pressemitteilungen zukommen lassen und auf diesem Wege im Endeffekt die Fällung durchgesetzt. Dadurch wurde uns die Möglichkeit zum wirkungsvollen Protest vollständig genommen.
In den letzten Tagen hat sich wiederholt gezeigt, dass unsere Alternativvorschläge nicht überprüft wurden. Wir weisen in diesem Zusammenhang auch darauf hin, dass von Seiten der Stadt bis zum 6. März 2018 kein Kontakt zum Besitzer des Lütkenbeckerwegs , Herrn Scheiwe aufgenommen wurde. Dieser erklärte uns gegenüber nochmals seine Gesprächsbereitschaft – vorausgesetzt die Stadt wäre auf ihn zugegangen und hätte das Gespräch mit ihm gesucht. Auch die von der Stadtverwaltung angesetzten Kosten von 190.000 € für die Reparaturmaßnahmen an der Straße hält er für sehr hoch gegriffen.
Der „bürgernahe“ Oberbürgermeister Lewe hat sich nicht ein einziges Mal mit uns getroffen. Alle Entscheidungen wurden über unseren Kopf hinweg getroffen. Doch für uns bleibt klar:

Auch wenn die Platanen weg sind, werden wir weiter friedlich protestieren und demonstrieren und kämpfen somit weiter mit und für die Bürgerschaft im Viertel und darüber hinaus, gegen die Vereinnahmung des Viertels durch Investoren, gegen die Fortführung des katastrophalen Verkehrskonzepts, gegen die Ignoranz gegenüber den Bürgerinteressen, für eine lebenswertes Viertel, für Naturschutz, der nicht unter die Unternehmerinteressen geschoben wird, und für eine moderne fahrradfreundliche Stadt!
01 Mrz

Petition